Abstract

Der erste Teil dieser doppelten Themenausgabe von Transfer (2/2017) über die Digitalisierung hat sich in erster Linie mit der Plattformökonomie, den damit verbundenen Herausforderungen für die Arbeitswelt und der Frage befasst, wie diese Plattformökonomie den Arbeitsmarkt und die Anforderungen an die Qualifikation der Arbeitnehmer verändert. Der vorliegende zweite Teil (3/2017) befasst sich mit über die Plattformökonomie hinausgehenden Fragen. Wie bereits im Editorial der ersten Ausgabe beschrieben, wird die Digitalisierung die gesamte Gesellschaft verändern, indem sie Geschäftsmodelle, den Arbeitsmarkt und die Verteilung von Produktivitätsgewinnen umge-staltet. Während es eine anhaltende Debatte über das Ausmaß dieser Veränderungen und die Frage gibt, wie schnell oder langsam sie sich bemerkbar machen werden, scheint sich die Fachliteratur einig in ihrer Einschätzung zu sein, dass die Digitalisierung die Nachfrage nach Arbeitskräften, Qualifikationsanforderungen, die Arbeitsorganisation, die Einkommensvolatilität und die Steuergrundlagen – um nur einige wenige Aspekte zu nennen – neu definieren wird. In der vorliegenden Ausgabe gehen alle Artikel von der Hypothese aus, dass die Digitalisierung letztlich zu einer rückläufigen Arbeitskräftenachfrage, zur Zunahme atypischer Arbeitsverhältnisse, der Polarisierung von Arbeitsplätzen und zu einer sinkenden Lohnquote führen wird, wobei wir allerdings noch keine Aussage zum Ausmaß dieser Veränderungen treffen können. Diese Artikel befassen sich mit den regionalen Auswirkungen auf die Arbeitskräftenachfrage, auf die Stabilität der Nachfrage und damit auch des Konsums, mit dem Gender-Aspekt der Digitalisierung und mit Strategien der Gewerkschaften und Sozialpartner, wie mit der Einführung neuer Technologien am Arbeitsplatz und der Herausforderung der Organisierung von Arbeitnehmern in der Gig-Economy umzugehen ist.
Es gibt nur wenig verfügbare Literatur über die Polarisierung von Arbeitsplätzen infolge der Digitalisierung in Mittel- und Osteuropa. Keister und Lewandowski schließen diese Lücke und zeigen in ihrer Analyse, dass es in den mittel- und osteuropäischen Ländern einen eindeutigen Trend zur Entwicklung von kognitiven Routinetätigkeiten gibt und sich deshalb dort die Auswirkungen der Digitalisierung anders darstellen als in den meisten entwickelten Volkswirtschaften, sollte die Nachfrage nach Routinetätigkeiten durch den technologischen Fortschritt zurückgehen. Angesichts dieser aktuell vorherrschenden kognitiven Routinetätigkeiten (mehr als 33 Prozent der Arbeitskräfte in der Region führen Routinearbeit aus) muss damit gerechnet werden, dass ein großer Anteil der Arbeitsplätze dort Gefahr läuft, durch neue Technologien automatisiert oder signifikant verändert zu werden, wodurch sich die Lohnungleichheit substanziell vergrößern wird. Die Autoren weisen darauf hin, wie wichtig eine Verbesserung der Angebote lebenslangen Lernens, beruflicher Weiterbildung, der Bildungsqualität und der Steuerpolitik sind, um soziale Sicherungsnetze zu erweitern und den sozialen Dialog zu fördern, der sich mit diesen Herausforderungen befassen muss.
Staab thematisiert das Konsumtionsdilemma der digitalen Ökonomie und bezieht auch die digitalisierte Wirtschaft in die post-keynesianische Analyse mit ein. Der Autor konzipiert die Digitalisierung als eine Makrostrategie für den Wandel mit größeren Auswirkungen auf Angebot und Nachfrage als auf die Produktivitätsgewinne. Der Autor weist darauf hin, dass im Fokus der wirtschaftlichen Veränderung der Konsum steht, der gesteigert werden soll, und kommt zu dem Schluss, dass die digitale Umstrukturierung nicht das Konsumtionsproblem löst, sondern eher die unbeabsichtigte Wirkung hat, die bereits strukturell schwache private Nachfrage weiter zu senken. Dieser Effekt entsteht aufgrund einer Verengung des Arbeitsmarktes als Folge der Kannibalisie-rung traditioneller Branchen, beruflicher Herabstufung und der Substitution von Arbeit durch Prosumenten. Staab zeigt abschließend Möglichkeiten für die zukünftige Arbeit der Gewerkschaften und fordert sie auf, der Reduzierung bezahlter Arbeitszeit insgesamt durch die Regulierung von Arbeitszeiten und Löhnen entgegenzuwirken, dabei aber auch auf den Wert der von Prosumenten geleisteten Arbeit und die tendenzielle Abkehr von abhängiger Beschäftigung hinzuweisen, die durch periphere digitale Arbeit ersetzt wird und wodurch die Bedeutung bezahlter Arbeit in einer digitalen Wirtschaft hinterfragt wird.
Dem gleichen Argumentationsmuster folgt Pulkka mit seinen Überlegungen zu einem bedingungslosen Grundeinkommen, das er als Möglichkeit sieht, den Arbeitslosen, Unterbeschäftigten und prekär Beschäftigten genügend Kaufkraft zur Verfügung zu stellen. Diese einhundert Jahre alte Idee gewinnt immer mehr Anhänger und wird als Maßnahme gegen die prognostizierte massive, durch neue Technologien bedingte Arbeitslosigkeit, prekäre Beschäftigungsverhältnisse und die Einkommensvolatilität in der Erwerbsarbeit gesehen. Der Artikel beschreibt mit Blick auf die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitsmärkte unterschiedliche Szenarien, bezieht sich dabei auf die bekannte Fachliteratur und geht der Frage nach, in welchem Maß und unter welchen Bedingungen ein bedingungsloses Grundeinkommen als makroökonomischer Stabilisator funktionieren könnte. Während die Fachliteratur im Allgemeinen eine substanzielle Neugestaltung der Systeme der sozialen Absicherung fordert, stellt der Autor in Frage, ob ein bedingungsloses Grundeinkommen auf der makroökonomischen Ebene stabilisierend wirken kann und ob seine Gestaltung und seine Finanzierung durch Steuern eine signifikante Rolle spielen können. Der Autor geht ebenfalls auf die Frage ein, ob ein Grundeinkommen die Position von Arbeitnehmern in Tarifverhandlungen stärkt oder schwächt. Dies bleibt eine umstrittene Frage, aber es besteht definitiv kein Anlass, Arbeitsmärkte nach der Einführung eines Grundeinkommens weiter zu deregulieren, und es gibt auch keine Anzeichen dafür, dass ein Grundeinkommen die ungleich verteilte Verhandlungsmacht im Arbeitsmarkt beseitigen wird. Der Autor legt abschließend alternative Vorschläge zur Lösung der durch die Digitalisierung im Arbeitsmarkt entstandenen Probleme vor.
Nur wenige Artikel befassen sich mit den genderspezifischen Auswirkungen der Digitalisie-rung. Piasna und Drahokoupil argumentieren, dass sich die Arbeitswelt verändert und dass diese Veränderungen nicht „genderblind” sind, sondern vor dem Hintergrund der bestehenden Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern stattfinden. Die Autoren analysieren die genderspezifischen Auswirkungen der Digitalisierung anhand von beruflichen Strukturen, von Arbeitsplätzen und Arbeitszeiten sowie von beruflichen Werdegängen. Diese Analyse führt zu einer genderspezifischen Sicht der Digitalisierung unter Berücksichtigung der Wechselwirkungen mit bestehenden Gender-Unterschieden. Der Artikel kommt zu dem Schluss, dass die Digitalisierung nicht genderblind ist und dass es bei der Auseinandersetzung mit den durch die Veränderung des Arbeitsmarktes entstehenden Herausforderungen erforderlich ist, vor dem Hintergrund neuer und bestehender Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern Politik neu zu denken und einen gleichberechtigten Zugang von Männern und Frauen zu Qualitätsarbeitsplätzen und Gleichbehandlung in der Beschäftigung sicherzustellen.
Wie in diesen beiden Transfer-Ausgaben gezeigt wird, stellt die Digitalisierung neue und altbekannte Herausforderungen an die Arbeiterbewegungen. Seit dem Beginn des Zeitalters der Industrialisierung haben die Gewerkschaften über die Einführung neuer Technologien am Arbeitsplatz verhandelt und sich vorrangig damit befasst, wie in der Folge Arbeitsplätze verloren gehen, Arbeitsabläufe neu organisiert werden und die Lohnbildung davon beeinflusst wird. Diese neue Welle von Veränderungen bringt jedoch neue Herausforderungen für die Organisierung und Vertretung von Arbeitskräften in der Gig-Ökonomie mit sich. Die laufende Debatte über die Digitalisierung hat zu einem erneuten Interesse an der Frage geführt, wie die Sozialpartner einen Dialog über diese auftauchenden Probleme beginnen können: Neben der vielfach in der Fachliteratur behandelten Frage, wie die Gewerkschaften Plattformarbeitnehmer organisieren und vertreten können, gewinnt auch die Frage immer mehr an Bedeutung, wie die Sozialpartner über die Digitalisierung der Arbeitsplätze verhandeln können.
Der Artikel von Ilsoe rekapituliert, wie die Sozialpartner die Einführung der Digitalisierung in den von der Privatwirtschaft erbrachten Dienstleistungen in Dänemark, Schweden und Deutschland verhandelt haben. Mit Blick auf Sozialpartnerinitiativen in der unilateralen, bipartiten und tripartiten Arena analysiert der Artikel, wie die Sozialpartner die Digitalisierung der Arbeit und ihre Folgen definieren und wie sie die daraus folgenden Herausforderungen bewältigt haben. Die Ergebnisse zeigen, dass die Sozialpartner in ihren Vorstellungen von Digitalisierung und ihren wichtigen Trends konform gehen, hinsichtlich des Umgangs mit diesen Problemen jedoch unterschiedlicher Meinung sind. Die Gewerkschaften betrachten die Digitalisierung in erster Linie als ein Arbeitsmarktproblem, das Arbeitsplatzverluste und prekärere Arbeitsbedingungen und Löhne mit sich bringt, während die Arbeitgebervertreter sie als eine Frage der Unternehmenspolitik ansehen und eine Überregulierung befürchten. Allgemein gilt, dass die meisten Initiativen in der unilateralen Arena stattfinden. Dänemark hat hier insofern eine Sonderstellung, als sich die Sozialpartner in dem Land kaum in der bipartiten und tripartiten Arena engagieren und offenbar weit davon entfernt scheinen, sich über die Folgen der Digitalisierung einig zu sein. Dagegen haben sich die Sozialpartner in Deutschland und Schweden an mehreren dreigliedrigen Ausschüssen beteiligt und sind zu einer gemeinsamen Auffassung über die Folgen der Digitalisierung gekommen. Deutschland scheint aber das einzige Land zu sein, in dem die formelle bipartite Arena mobilisiert wurde und in dem Tarifverträge zur Bewältigung der Folgen der Digitalisierung geschlossen wurden, wenn auch nur in größeren Unternehmen. Ilsoe sieht es als überraschend an, dass angesichts der Herausforderung, welche die Digitalisierung für die existierenden Regelungen darstellt, die bipartite Arena so wenig genutzt wird, vor allem, weil sie den wichtigsten Kanal der Regulierung darstellt. Der Artikel stellt zudem die Frage, wie und wo die bisher nur in Ansätzen vorhandene, aber tendenziell zunehmende Plattformarbeit reguliert werden kann.
Auf diese Frage geht Fredrik Söderqvist in seinem News and Background-Artikel ein. Der Autor analysiert und diskutiert darin das nordische Modell der Regulierung von Online-Arbeitsvermittlungsplattformen und unterscheidet Plattformen, die selbst „Plattformen benutzen, um die Organisation von Arbeit zu verbessern und qualitativ hochwertige Waren und Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen” und auf diese Weise zu neuen Arbeitsplätzen und Dienstleistungen beitragen, von Plattformen, die „einen Wettbewerbsvorteil durch Sozialdumping erreichen” und die Einkommenssicherheit verringern sowie Leistungen und Arbeitsbedingungen verschlechtern. Söderqvist beschreibt weiterhin, wie regulatorische Herausforderungen zur Förderung der ersten Plattformkategorie bewältigt werden können, und weist darauf hin, dass die Selbstregulierung in den nordischen Ländern zweiseitig (über Tarifverträge) und nicht nur einseitig ist. Dieses zweiseitige Modell wird entwickelt und auf die entstehenden Plattformpraktiken angepasst. Die eigentliche Idee dahinter ist die Senkung der Transaktionskosten für Plattformunternehmen infolge der Beachtung bestehender Regelungen. In der Praxis bedeutet dies die Einsetzung einer „Plattforminstitution”, die die Einführung digitaler Normen und Leitlinien unterstützt und Unternehmen die Einhaltung eines Regulierungsrahmens ermöglicht. Die Plattforminstitution würde den Stakeholdern gehören; das bedeutet, dass die Gewerkschaften und die Plattformunternehmen Tarifverträge abschließen würden. Anreize für Plattformen, an dieser neuen Institution teilzunehmen, könnten durch Zertifizierungen gegeben werden, wobei die Zertifizierung für die Vermarktung von Dienstleistungen als Verbraucherlabel verwendet werden könnte. Allerdings hängt die Fähigkeit der Gewerkschaften, diese Herausforderung zu meistern, von einem hohen gewerkschaftlichen Organisationsgrad ab. Es ist deshalb wichtig, dass die Gewerkschaften kreative Ideen entwickeln, wie sie diese neuen Arbeitnehmergruppen im Arbeitsmarkt organisieren können.
Der News and Background-Artikel von Tassinari und Maccarone dreht sich um die Frage, was Gewerkschaften von der Mobilisierung von Arbeitnehmern in der Gig-Ökonomie lernen können. Die Autoren beschreiben die Mobilisierung von Fahrradkurieren in Norditalien und ziehen daraus Schlüsse, welche Erkenntnisse die Gewerkschaften daraus gewinnen können. Die meist jungen Kuriere hatten in einer selbstorganisierten Petition bessere Arbeitsbedingungen gefordert. Der Auftraggeber ignorierte die Petition und begann damit, neue Kuriere zu noch schlechteren Bedingungen zu beschäftigen. Daraufhin gab es tumultartige öffentliche Proteste. Als der Konflikt weiter eskalierte, suchten die Kuriere Unterstützung bei einer Basisgewerkschaft. Die Gewerkschaft legte dem Unternehmen ihre Forderungen vor, die jedoch unbeantwortet blieben. Die Kuriere loggten sich daraufhin aus der App aus und machten mit Demonstrationen auf sich aufmerksam. Solche Aktionen entsprechen eher nicht dem traditionellen Gewerkschaftsrepertoire, und in der Wahrnehmung der Kuriere hatte das gewerkschaftliche Engagement nur einen begrenzten Wert. Das Unternehmen hat zwar letztlich einige der Forderungen erfüllt, aber die Strategie, den Sturm auszusitzen und damit die Mobilisierung der Kuriere abzuschwächen, scheint aufgegangen zu sein. Einige der Kuriere haben jetzt rechtliche Schritte eingeleitet. Der Fall zeigt, dass auch mit einer fragmentierten Arbeitnehmerschaft Arbeitskampfmaßnahmen möglich sind, wobei für das Verständnis wichtig ist, dass sie im gleichen städtischen Raum präsent ist. Das Fehlen traditioneller Gewerkschaften erschwerte nicht nur eine dauerhafte Mobilisierung, sondern stellt auch die Gewerkschaften vor die Frage, wie sie ihren Bezugsrahmen und ihre Mobilisierungsmodelle an die Arbeitnehmer in der Gig-Ökonomie Hand in Hand mit der Beseitigung legaler Schlupflöcher anpassen sollen. Es muss mit neuen Methoden der Mobilisierung unter Verwendung traditioneller Bezugsrahmen experimentiert werden, wobei neue Formen öffentlich wirksamer Darstellung und die Unterstützung der Öffentlichkeit wichtig sind.
Der dritte News and Background-Artikel stellt nicht den Status selbständig Beschäftigter in Frage, sondern die Bedingungen, unter denen sie arbeiten. Er beschreibt vier Vorschläge, wie den Herausforderungen durch die „Uberisierung” der Wirtschaft begegnet werden kann. Diese Vorschläge gehen auf die Erfahrungen einer der AutorInnen mit der Leitung einer Genossenschaft für diese Auftragnehmer zurück. SMart wurde 1998 zur Unterstützung von Künstlern gegründet und betreut inzwischen auch andere Selbständige, um „Menschen die Möglichkeit zu geben, so frei wie Freelancer und so abgesichert wie Angestellte zu arbeiten”. Die vier Vorschläge beinhalten: i) das Recht auf soziale Experimente in Europa; ii) ein universelles europäisches Sozialsystem; iii) die Förderung einer großformatigen wirtschaftlichen und sozialen Zusammenarbeit zur Stärkung der Solidarität; und iv) die Förderung einer kooperativen, nicht dem Raubtier-Kapitalismus verschriebenen Ökonomie. Graceffa und De Heusch argumentieren, dass Lösungen ausprobiert werden müssen und zu diesen Themen die Zusammenarbeit mit Behörden und Organisationen wie Gewerkschaften erforderlich ist. Da die Arbeitswelt sich tiefgreifend wandelt, sollten wir auf ein kooperatives Wirtschaftssystem hinarbeiten, das nicht auf ruinösem Wettbewerb beruht, sondern auf neuen Wegen des Austauschens und Teilens von Waren, Dienstleistungen und Informationen sowie auf den Grundsätzen einer teilenden und umverteilenden Solidarität. Der Status von selbständig Beschäftigten wird nicht grundsätzlich in Frage gestellt, aber es müssen dringend neue Wege gefunden werden, auch für diese Gruppe ein solidarisches Sicherheitsnetz zu spannen.
Schließlich hat auch unser englischer Sprachredakteur Richard Lomax, der zahlreiche Artikel für diese beiden Transfer-Ausgaben zum Thema Digitalisierung bearbeitet hat, einen speziellen News and Background-Artikel verfasst und dabei seine eigenen Erfahrungen in die inhaltliche Auseinandersetzung eingebracht. In seinem Beitrag geht es ihm um die Unterscheidung zwischen zwei Kategorien von selbständig Beschäftigten: diejenigen, die diesen Status aus freier eigener Entscheidung wählen, und diejenigen, die von ihren Auftraggebern aus Gründen der Risikoverlagerung und Kostensenkung in diesen Status gezwungen und als billige Arbeitskräfte ausgebeutet werden. Lomax unterstreicht insbesondere, dass Systeme der sozialen Sicherung auf den Prüfstand gehören, damit die wachsende Zahl der Selbständigen generell und auch die Schwierigkeiten ihrer Aufnahme in die bestehenden Systeme stärker berücksichtigt werden.
Die vorliegende Ausgabe von Transfer befasst sich mit den Herausforderungen und Widersprüchen, denen sich der Arbeitsmarkt infolge der Digitalisierung stellen muss. Die Artikel erörtern diese Herausforderungen aus unterschiedlichen Perspektiven wie dem Verlust von Arbeitsplätzen, der Aufspaltung in hoch und niedrig qualifizierte und/oder bezahlte Arbeit sowie der damit einhergehenden Einkommensunsicherheit und diskutieren Wege, diese potenziell negativen Auswirkungen zu regulieren oder einzudämmen.
